Mapping Fun with MapBox

Es ist erstaunlich, was die in Washington DC beheimatete Firma DevelopmentSeed in den letzten Monaten im OpenSource Bereich entwickelt hat. Nicht eine einzelne Anwendung, gleich ein ganzes Portfolio an Spezifikationen, Bibliotheken mit den neusten Web Technologien und mit TileStream und TileMill zwei geniale Webanwendungen finden sich auf der Github Seite von MapBox. Das Team aus Geographen, Kartographen, Designern und Programmierern leistet Erstaunliches, um komplexe Sachverhalte und trockene Daten zu visualisieren. Die Karten überzeugen technisch durch die schnelle Darstellung und Interaktivität und optisch durch das ansprechende und verständliche Design. Die Projektseite von DevelopmentSeed zeigt einige der meist im humantitären Bereich laufenden Projekte. Fast alle Entwicklungen der Firma sind Open Source und das Map Design Studio TileMill ist ein Juwel im Web Mapping Bereich. Karten erstellen ist kein Hexenwerk mehr beim Aufbau und Zusammensuchen der passenden Programme und beim Erlernen der mehr oder weniger unübersichtlichen map Formate der Render Software, wo die Kreativität schnell verloren geht in der Suche nach der Übersichtlichkeit.

moderne Technologien im Hintergrund

TileMill ist sozusagen die Steuerkonsole, die die Technologien im Hintergrund zusammenführt und am Ende dem Anwender erlaubt, sich auch das zu konzentrieren was er machen möchte, nämlich schnell und unkompliziert eine ansprechende, interaktive Karte zu erstellen. Mapnik ist die leistungsstarke Renderengine im Hintergrund, die sich gerade im Endspurt zum Release der Version 2.0 befindet mit unzähligen Neuerungen und Verbesserungen. Mapnik wiederum bedient sich zahlreicher anderer bewährter Open Source Bibliotheken wie C++ Boost, AGG, GDAL/OGR oder PROJ.4. TileMill selbst ist eine Webanwendung, läuft also im Browser, und nutzt Node.js, eine auf Googles V8-Engine aufbauende, leistungsstarke Javascript Server Technologie.

neue Spezifikationen und Standards

Weitere Entwicklungen bringt DevelopmentSeed im Bereich neuer Standards voran, so z.B. die neue Sprache Carto, die einem mit ihrer CSS ähnlichen auf LESS aufbauenden Sytax sehr schnell vertraut ist und das Bindeglied zu Mapnik darstellt, indem es die Stildefinitionen in die Mapnik XML Syntax übersetzt. Auch im Bereich der Ausgabeformate wurde ein neuer Standard mit den MBTiles entwickelt. Im Webbereich durchgestzt haben sich ja die von allen großen Anbietern (Google, Bing, Yahoo) und im Opensource Bereich (Openlayers, OpenStreetMap, TMS) verwendeten Kartenkachel. MBTiles fasst diese in einer einzigen Datei, einer sqlite3 Datenbank zusammen, die nicht nur die reinen Kartentiles sondern auch noch Metadaten und Daten zur Interaktivität als UTFGrid – ebenfalls eine neue Spezifikation von DevelopmentSeed – aufnehmen kann. Das TileJSON Format zur Beschreibung von Karten Tilesets ist eine weitere neue Spezifikation.

praktische Javascript Bibliotheken

Zur Einbindung der Karten auf der Webseite bietet Mapbox auch einige Highlights an, so z.B. die Bibliothek Wax, die die Arbeit mit den Web Mapping APIs wie ModestMaps, Leaflet oder OpenLayers erleichtert, oder Easey für interessante Effekte mit der Karte.

Tileserver und Ipad App

Um die Kartenanwendungen abzurunden, bietet Mapbox eine professionelle Hosting Möglichkeit für die erstellten Karten sowie die Open Source Lösung TileStream für diejenigen, die die Karten selbst hosten möchten. Auch eine Offline Viewer App für den Ipad hat MapBox entwickelt.

rasend schnelle Entwicklung

Es ist erstaunlich, welche Fülle an neuen Ideen und Technologien DevelopmentSeed in kurzer Zeit umgesetzt hat, es macht Spaß, dem Team bei Github und Twitter zu folgen und die Entwicklung zu beobachten, dabei hat das Team auch immer noch Zeit, Fragen zu beantworten und bei Problemen zu helfen. TileMill hat mittlerweile die Version 0.5.1 erreicht und seit der Version 0.3 innerhalb nur weniger Wochen die Arbeitsgeschwindigkeit gleich mehrfach deutlich gesteigert, so auch gerade wieder in den letzten Tagen.

Dokumentation noch ausbaufähig

Trotz all des Lobes ist es leider bei vielen „Cutting edge“ Open Source Projekten nicht unüblich, dass die Dokumentation etwas sparsam ist. Viele Funktionen muss man sich noch zusammensuchen oder durch die Source Code Analyze herausfinden, was dann aber wieder nichts für denjenigen ist, der einfach nur schnell seine Karte erstellen möchte. Aber angesichts der Geschwindigkeit der Entwicklung und dem Enagement des Entwicklerteams von DevelopmentSeed denke ich, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Dokumentation der Leistung der Programme hinterher kommt.

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