SWITCH2OSM – wird 2012 das OpenStreetMap Jahr ?

Ende Oktober 2011 hatte Google angekündigt hatte, Anfang dieses Jahres ein neues Bezahlmodell für die Nutzung der Google Maps einzuführen. Dabei werden ab 25.000 (bzw. 2500 bei gestylten Karten) Seitenaufrufe teils erhebliche Gebühren fällig. Kostenlos bleibt der Dienst weiterhin für nicht kommerzielle und gemeinnützige Organisationen. Die Entscheidung, wer zu diesen Gruppen gehört, behält sich allerdings Google vor. Seit dieser Ankündigung gibt es einen regelrechten Boom von Anwendern und Communities, die zu OpenStreetMap wechseln. SWITCH2OSM hört und liest man immer öfter in den letzten Wochen. Zu den großen Communities, die mittlerweile den Wechsel zu OSM Karten vollzogen haben, gehören u.a. GPSies, die Online-Sportcommunity rund um Outdoor- und GPS-Strecken, die im Dezember den Wechsel verkündet hat, Geocaching.com, die Weltweit größte internationale Geocaching-Datenbank (Blog Bericht dazu) oder gerade aktuell Fourquare (Wikipedia Infos), ein großes standortbezogenes soziales Netzwerk. Auch immer mehr kleinere Communities, Firmen und auch Städte und Gemeinden schätzen die Vorteile der offenen, freien Geodaten von OpenStreetMap. Aktuelle SWITCH2OSM  Infos findet man z.B. im deutschsprachigen OSM Blog. Was gibt es bei einem Wechsel zu beachten ? Google ist ein globaler kommerzieller Diensteanbieter, man hat mit den Google Maps ein ausgereiftes Produkt, einen zentralen Ansprechpartner, Google ist der Pionier bei Webkarten, entsprechend ausgereift und visuell ansprechend sind auch die Karten. Und sie kosten nun auch entsprechend wenn man über die Grenzen der kostenpflichtigen Seitenzugriffe kommt. OpenStreetMap dagegen ist eine Community, die freie Geodaten unter einer freien Lizenz sammelt. Es gibt zwar natürlich eine daraus erstellte Karte, aber diese verkraftet natürlich nicht uneingeschränkte Abrufe. Daher gibt es auch eine Policy für den Abruf der Kartenkacheln. Es gibt aber mittlerweile auch einige kommerzielle Anbieter, die entsprechende Kartenkacheln auf Basis der OSM Daten teilweise mit eigener API anbieten, z.B. Cloudmap, Mapquest, MapBox oder in Deutschland Geofabrik. Als weitere Alternative, und dies ist einer der großen Vorteile von freien Geodaten, kann man sich auch selbst eine eigene Karte erstellen, mit den Daten, die man braucht und mit dem Kartenstil, den man möchte. Dies ist jedoch nicht unbedingt trivial, die toolchain und das Hintergrundwissen, das man benötigt, um am Ende auch eine visuell ansprechende eigene Karte auf der Webseite einbinden zu können, ist nicht zu unterschätzen. Dank der mittlerweile großen Community rund um OSM gibt es aber genügend Hilfestellungen z.B. im OSM Wiki, in den Foren oder Mailinglisten, allerdings ist dies für viele Neueinsteiger nicht immer so übersichtlich, wie man sich dies wünschen würde. Eine Bereitschaft, sich einzuarbeiten und durch die verstreuten Anleitungen zu arbeiten, ist sicher notwendig, um am Ende das zufriedenstellende Erfolgserlebnis einer eigenen Karte zu haben. Ein weiterer Vorteil der freien Geodaten von OpenStreetMap ist sicher auch, dass man Teil einer Community ist, man kann selbst am Projekt mitarbeiten, man kann die Daten der Karte selbst bearbeiten und selbst korrigieren und ist nicht auf die Aktualisierungen eines kommerziellen Anbieters angewiesen. Insgesamt also hervorragende Aussichten, dass 2012 ein tolles Jahr für OpenStreetMap werden wird. Ich persönliche freue mich auf den Entwicklungsschub, den es auch durch die Community und kommerzielle Firmen geben wird, die sich in Zukunft verstärkt OSM zuwenden werden und dem Projekt mit neuen Ideen weiteren Aufwind geben.

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