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Doping

Am vergangenen Wochenende fand in Dresden die Tagung "Saubere Leistung? Doping in Sport und Gesellschaft" statt. Eine Diskussion, die bei dradio zu finden finden ist, mit den Teilnehmern Prof. Dr. Eike Emrich von der Universität Saarbrücken, Prof. Dr. Helmut Digel von Universität Tübingen und dem ehemaligen Schweizer Radprofi Rolf Järmann, zeigt einen recht deprimierenden Blick auf die aktuelle Doping Problematik im Sport. Demnach nützt die momentane Situation mit mehr oder weniger systematischem Doping und mehr oder eher weniger wirkungsvollen Antidopingmaßnahmen allen Beteiligten Parteien (Sportler, Verbände, Industrie, Medien, Fans). Als Mittel Doping zurück zu drängen oder den sauberen Sporler zu unterstützen, eignen sich die gegenwärtigen Gegebenheiten nicht.

Doping im Kinderbereich ist immer noch ein Tabuthema, man liest selten etwas darüber, die Sportverbände wiegeln ab und bestreiten, dass es in dem Bereich überhaupt ein Problem geben könnte. Doch leider sieht die Realität anders aus und die Dunkelziffer dürfte auch nicht unerheblich sein. Gerade die letzten wissenschaflichen Aufarbeitungen haben gezeigt, dass Kinder Doping in der ehemaligen DDR keine Seltenheit war. Auch eine Dopingrazzia in Italien letztes Jahr hatte ergeben, dass Kinder mit Erlaubnis der Eltern gedopt worden sind. Erschreckend auch gerade wieder die beiden Dopingfälle im Schwimmbereich. Einem 13-jährigen Nachwuchs-Schwimmer wurde Clenbuterol nachgewiesen, zwar soll kein verseuchtes Fleisch wie bei Radprofi Contador im Spiel sein, eine Ausrede mit versehentlich eingenommenem Hustensaft war aber auch hier parat. Im zweiten Fall hat eine 14-jährige Sportlerin den Dopingtest verweigert und ist seitdem angeblich nicht mehr für den Verband erreichbar. In beiden Fällen wurden die Sportlerinnen oder eher noch Kinder für 1 bzw. 2 Jahre gesperrt.

Eine etwas andere Sicht auf die beiden Fälle gibt es bei dradio.de: Doping schon im Nachwuchsbereich?

Der Kampf gegen das Doping im Radsport und natürlich auch in anderen Sportarten kann nur erfolgreich sein, wenn es gleiche Regeln für alle gibt und gleiche Bewertungsgrundsätze. Es darf keine Bauernopfer und keine Bevorteilung bestimmter Sportler geben, darunter leidet nicht nur der Grundsatz der Gleichbehandlung sondern vor allen Dingen die Glaubwürdigkeit insgesamt einer Sportart.

Leider nicht mehr ganz aktuell, da ich erst heute wieder mal auf den Webseiten der Vereine unterwegs war, trotzdem aber noch erwähnenswert: Die Nominierung von Danilo Hondo, der wegen Dopings 2 Jahre gesperrt war, für die Straßen Welmeisterschaft in Australien sorgte nicht nur beim FC Rheinland Pfalz für Unverständnis, tönt doch der BDR immer mal wieder gerne von seiner Null Toleranz Politik in Bezug auf die Nominierung von Ex Dopern für internationale Meisterschaften. Hier der Link zum offenen Brief an den BDR:

Offener Brief des FC Rheinland Pfalz an den Bund Deutscher Radfahrer: Null-Toleranz

Wie lautete gerade erst vor ein paar Tagen eine Schlagzeile in der Presse? "Vertrauenswürdig wie Hütchenspieler" . Der Bund Deutscher Radfahrer ist sicher nicht ganz unschuldig an dieser Wahrnehmung des Radsports in der Öffentlichkeit.

PS: Habe nur ich diesen Eindruck oder gab es tatsächlich schon sehr lange keine öffentliche Stellungnahme mehr des BDR Vorsitzenden Rudolf Scharping zu den aktuellen Themen, die den Radsport belasten ?

Erstaunlich: Nachdem erst vor ein paar Wochen Jan Ullrich wieder mal Gesprächthema war, als er fast zeitgleich mit der Niederlage vor Gericht im Falle der Unterlassungsklage gegen Professor Franke sein Burnout Syndrom öffentlich machte, erfährt man heute aus den Medien vom Nervenzusammenbruch von Claudia Pechstein. Beide habe gemeinsam, dass sie bisher recht hartnäckig Doping leugnen. Macht sich da etwa das Gewissen auf seine Art bemerkbar ?

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