Detailmapping ‘extrem’ bei OpenStreetMap

Detailmapping einer Kreuzung

Detailmapping "extrem"

Detailmapping scheint momentan ein Trend bei Openstreetmap zu sein. Hundekottütenspender, Gullideckel, Hydranten, Dachformen, Indoormapping, einzelne Bäume, Gruppen von Bäumen … es gibt wohl nichts was es momentan noch nicht in der freien Geodatenbank gibt. Mit „street“ und „map“ haben viele Dinge, die da gemappt werden, mittlerweile nur noch am Rande zu tun. Diese zunehmende Komplexität und Detailfülle macht es für den Anwender leider nicht unbedingt einfacher,  aus diesen Daten eine „schöne“ Karte zu erstellen. Eine nicht immer triviale Vorarbeit mit Filterung, Überarbeitung und Generalisiertung ist mittlerweile notwendig, was bei größeren Gebieten für die Karte eine Menge Rechenzeit und Rechenpower erfordert. Viele Dinge lassen sich zum Glück ganz einfach und ohne großen Aufwand herausfiltern. Bei anderen Sachen ist dies leider nicht mehr so leicht. Das Beispiel dieser Kreuzung irgendwo in Deutschland verdeutlicht, dass es hier nicht mehr mit einer einfachen Filterung getan ist und die Vereinfachung der Kreuzung für eine ansprechende Kartendarstellung schon eine gehobene Denksportaufgabe darstellt, die eine Menge an Hindergrundwissen erfordert. Leider gibt es bei dem Thema Detaimapping bei Straßen / Spuren momentan immer wieder Diskussionen aber – so ist eben die Philosophie bei Openstreetmap – viele verschiedene Meinungen und momentan keine zufriedenstellende Lösung.

Neues 07.03.2012

  • geoportal.de – das neue Geo Portal von Bund, Ländern und Kommunen mit deutschlandweiten Geobasisdaten und einer modernen, schnellen Kartendarstellung mit dem neuen Mapbender 3.
  • kartograph.org – ein neues Javascript Framework, um ansprechende, interaktive Vektor Karten zu erstellen.
  • datenschau.org – die 4. Ausgabe der Datenschau, immer wieder interessante Themen rund um die Daten Visualisierung.
  • apps4deutschland.de  –  Auf der CeBIT wurden gestern die Preise des ersten deutschen Programmierwettbewerbs „Apps für Deutschland“ verliehen. Mein Beitrag beim Wettbewerb war der Abgleich des amtlichen Gemeindeverzeichnisses mit den administrativen Grenzen in OpenStreetMap .
  • OSGeo-Live 5.5 – neue Version der bootfähigen Live DVD mit vielen vorkonfigurierten Anwendungen für ein breites Spektrum an Anwendungsfällen aus dem GIS-Bereich, inklusive Speicherung, Publizierung, Anzeige, Analyse und Bearbeitung von Daten. Sie enthält zudem Beispieldatensätze und Dokumentation.

Abgleich des amtlichen Gemeindeverzeichnisses mit den OpenStreetMap Grenzen

Abgleich des amtlichen Gemeindeverzeichnisses

Abgleich des amtlichen Gemeindeverzeichnisses

Seit gut einem Jahr bin ich nun aktiv bei OpenStreetMap dabei. Mich fasziniert die einzigartige Art, wie dieses Projekt aufgebaut und strukturiert wird. Ähnlich wie Wikipedia ist es eine weltweite freie Datenbank, die Geodaten sammelt, um daraus Karten zu erstellen. Jeder kann dabei mitwirken und es ist einzigartig, wie dynamisch sich das Projekt seit der Gründung durch den Briten Steve Coast im Jahr 2004 entwickelt hat. Immer mehr Menschen, Firmen, Hilfsorganisationen und öffentliche Institutionen verwenden Karten und Daten von OpenStreetMap. Einen zusätzlichen Boom gab es in den letzten Monaten durch die Ankündigung von Google, Gebühren für die Nutzung seines Kartendienstes einzuführen. Seitdem gibt es einen regelrechten #switch2osm Boom, den man bei u.a. Twitter verfolgen kann. So sind in letzter Zeit z.B. www.gpsies.com oder die große Geocacher Community auf OSM umgestiegen. Die Abdeckung der OSM Daten ist weltweit gesehen noch etwas unheineitlich, in vielen Gebieten, so z.B auch in Deutschland ist Quantität der Daten schon um einiges höher als bei den kommerziellen Anbietern von Kartendaten. Auch die Qualität der Daten und deren Aktualität ist erstaunlich. In Deutschland sind z.B. seit ein paar Wochen die gut 16000 administrativen Grenzen (Bundesländer, Kreise, Gemeinden) komplett in der OSM Datenbank. Ich habe eine kleine Anwendung erstellt, mit der man die Grenzen mit dem amtlichen Gemeindeverzeichnis abgleichen und auf Fehler kontrollieren kann. Die OSM Daten werden täglich aktualisiert, man kann sich auch die einzelnen administrativen Grenzen herunter laden.

Oberbürgermeister Wahl 2011 in Saarbrücken

Charlotte Britz von der SPD hat die Oberbürgermeisterwahl 2011 in Saarbrücken mit einem deutlichen Ergebnis gewonnen und kann sich über eine zweite Amtsperiode freuen. Doch eine miserable Wahlbeteiligung dürfte die Freude darüber etwas trüben. Mit nur 35,1% war diese deutlich niedriger als 2004 (49,3%) und 2001 (44,3%) und hat ein bedenkliches Niveau erreicht. Auch wenn sich Frau Britz über einen guten Wahlkampf gefreut hat und sich trotz der niedrigen Wahlbeteiligung legitimiert fühlt, stellt sich doch die Frage, ab wann sich denn ein Politiker nicht mehr legitimiert fühlt ? Bei 30% ? Bei 20% ? Den traurigen Rekord hält Burbach mit fast 78% Nichtwähler.

Die Politiker sind ja immer schnell dabei, sich die schlechte Wahlbeteiligung schön zu reden, sie sollten sich aber eher mal fragen, ob sie die Bürger überhaupt noch erreichen mit ihrer Politik und sich mal etwas Gedanken über Transparenz, Bürgernähe und Bürgerbeteiligung machen. Ansonsten wird man sich irgendwann überlegen müssen, ab welchem niedrigen Prozentsatz bei der Wahlbeteiligung eine demokratische Legimiation in Frage zu stellen ist.

Open Government und Open Data bieten Städten und Gemeinden die Möglichkeit, verloren gegangenes Vertrauen wieder wiederherzustellen und die Bürger mehr für die Politik zu interessieren und einzubinden.

Meine interaktive Karte visualisiert die Wahlbeteiligung und zeigt das Wahlergebnis inklusive der Nichtwähler.

Daten: saarbruecken.de