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SWITCH2OSM – wird 2012 das OpenStreetMap Jahr ?

Ende Oktober 2011 hatte Google angekündigt hatte, Anfang dieses Jahres ein neues Bezahlmodell für die Nutzung der Google Maps einzuführen. Dabei werden ab 25.000 (bzw. 2500 bei gestylten Karten) Seitenaufrufe teils erhebliche Gebühren fällig. Kostenlos bleibt der Dienst weiterhin für nicht kommerzielle und gemeinnützige Organisationen. Die Entscheidung, wer zu diesen Gruppen gehört, behält sich allerdings Google vor. Seit dieser Ankündigung gibt es einen regelrechten Boom von Anwendern und Communities, die zu OpenStreetMap wechseln. SWITCH2OSM hört und liest man immer öfter in den letzten Wochen.

Abgleich des amtlichen Gemeindeverzeichnisses mit den OpenStreetMap Grenzen

Abgleich des amtlichen Gemeindeverzeichnisses

Abgleich des amtlichen Gemeindeverzeichnisses

Seit gut einem Jahr bin ich nun aktiv bei OpenStreetMap dabei. Mich fasziniert die einzigartige Art, wie dieses Projekt aufgebaut und strukturiert wird. Ähnlich wie Wikipedia ist es eine weltweite freie Datenbank, die Geodaten sammelt, um daraus Karten zu erstellen. Jeder kann dabei mitwirken und es ist einzigartig, wie dynamisch sich das Projekt seit der Gründung durch den Briten Steve Coast im Jahr 2004 entwickelt hat. Immer mehr Menschen, Firmen, Hilfsorganisationen und öffentliche Institutionen verwenden Karten und Daten von OpenStreetMap. Einen zusätzlichen Boom gab es in den letzten Monaten durch die Ankündigung von Google, Gebühren für die Nutzung seines Kartendienstes einzuführen. Seitdem gibt es einen regelrechten #switch2osm Boom, den man bei u.a. Twitter verfolgen kann. So sind in letzter Zeit z.B. www.gpsies.com oder die große Geocacher Community auf OSM umgestiegen. Die Abdeckung der OSM Daten ist weltweit gesehen noch etwas unheineitlich, in vielen Gebieten, so z.B auch in Deutschland ist Quantität der Daten schon um einiges höher als bei den kommerziellen Anbietern von Kartendaten. Auch die Qualität der Daten und deren Aktualität ist erstaunlich. In Deutschland sind z.B. seit ein paar Wochen die gut 16000 administrativen Grenzen (Bundesländer, Kreise, Gemeinden) komplett in der OSM Datenbank. Ich habe eine kleine Anwendung erstellt, mit der man die Grenzen mit dem amtlichen Gemeindeverzeichnis abgleichen und auf Fehler kontrollieren kann. Die OSM Daten werden täglich aktualisiert, man kann sich auch die einzelnen administrativen Grenzen herunter laden.

Bing Kartendienst verpixelt Militärgebiete in Deutschland

verpixeltes Militärgebiet

Bing verpixelt Militärgebiete

Ende Januar ist es aufmerksamen Mappern des OpenStreetMap Projektes aufgefallen, dass Microsoft in den Satellitenbildern seines Kartendienstes Bing Maps Militärgebiete in Deutschland verpixelt hat. Der Vorgang an sich ist sicher nichts besonderes, auch in anderen Ländern sind auf öffentlichen Satellitenbildern gelegentlich sensible Gebiete unkenntlich gemacht. Einige Besonderheiten zeichnen diesen Fall jedoch aus. Die Menge der zensierten Bereiche überrascht etwas, teilweise wurden Gebiete verpixelt, die schon lange keine Militärgebiete mehr sind und der Grund der Verpixelung ist nicht ganz klar. Kein kommerzieller Anbieter wird wohl ohne konkrete Veranlassung Satellitenbilder zensieren, denn eine Zensur schreckt immer die Anwender ab, die dann lieber zur (noch) unzensierten alternativen Kartenanbietern abwandern. Eine weitere Besonderheit ist die Tatsache, dass Microsoft zur Verpixelung der Gebiete zum großen Teil Daten des OpenStreetMap Projektes verwendet hat und dabei nicht die OSM CC-BY-SA Lizenz beachtet hat, die zwar die freie Verwendung der Daten erlaubt, jedoch auch eine Namensnennung verlangt sowie eine Weitergabe unter gleichen Bedingungen.

Daten Visualisierung

Open Data und Daten Visualisierung gehören eigentlich zusammen, irgendwie muss aus der Flut der vielen Daten ja auch das wesentliche gefiltert werden und die Informationen anschaulich dargestellt werden. Hier sind zwei Links, die sich mit dem Thema Datenvisualisierung beschäftigen und regelmäßig spannende und aktuelle Themen präsentieren: