Beiträge mit Tag ‘open data’

DLR stellt Bildmaterial unter Creative-Commons-Lizenz

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) stellt eigene Bildmaterialien zukünftig unter eine Creative-Commons-Lizenz und ermöglicht damit eine breite Nutzung der Bilder für die Allgemeinheit, z.B. für Wikipedia oder als Unterichtsmaterialien. DLR-Sprecher Marco Trovatello sagte dazu am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa:
„Wir sind zu sehr großen Teilen aus Steuermitteln finanziert. Was wir machen, hat der Steuerzahler schon bezahlt. Wir geben die Ergebnisse jetzt dem Steuerzahler zurück.“
Diesen Satz würde ich auch gerne von anderen öffentlichen Institutionen mal hören, die diese eigentlich einleuchtende Schlussfolgerung zu den mit Steuermitteln finanzierten Daten bisher leider noch nicht gezogen haben.

Abgleich des amtlichen Gemeindeverzeichnisses mit den OpenStreetMap Grenzen

Abgleich des amtlichen Gemeindeverzeichnisses

Abgleich des amtlichen Gemeindeverzeichnisses

Seit gut einem Jahr bin ich nun aktiv bei OpenStreetMap dabei. Mich fasziniert die einzigartige Art, wie dieses Projekt aufgebaut und strukturiert wird. Ähnlich wie Wikipedia ist es eine weltweite freie Datenbank, die Geodaten sammelt, um daraus Karten zu erstellen. Jeder kann dabei mitwirken und es ist einzigartig, wie dynamisch sich das Projekt seit der Gründung durch den Briten Steve Coast im Jahr 2004 entwickelt hat. Immer mehr Menschen, Firmen, Hilfsorganisationen und öffentliche Institutionen verwenden Karten und Daten von OpenStreetMap. Einen zusätzlichen Boom gab es in den letzten Monaten durch die Ankündigung von Google, Gebühren für die Nutzung seines Kartendienstes einzuführen. Seitdem gibt es einen regelrechten #switch2osm Boom, den man bei u.a. Twitter verfolgen kann. So sind in letzter Zeit z.B. www.gpsies.com oder die große Geocacher Community auf OSM umgestiegen. Die Abdeckung der OSM Daten ist weltweit gesehen noch etwas unheineitlich, in vielen Gebieten, so z.B auch in Deutschland ist Quantität der Daten schon um einiges höher als bei den kommerziellen Anbietern von Kartendaten. Auch die Qualität der Daten und deren Aktualität ist erstaunlich. In Deutschland sind z.B. seit ein paar Wochen die gut 16000 administrativen Grenzen (Bundesländer, Kreise, Gemeinden) komplett in der OSM Datenbank. Ich habe eine kleine Anwendung erstellt, mit der man die Grenzen mit dem amtlichen Gemeindeverzeichnis abgleichen und auf Fehler kontrollieren kann. Die OSM Daten werden täglich aktualisiert, man kann sich auch die einzelnen administrativen Grenzen herunter laden.

Daten Visualisierung

Open Data und Daten Visualisierung gehören eigentlich zusammen, irgendwie muss aus der Flut der vielen Daten ja auch das wesentliche gefiltert werden und die Informationen anschaulich dargestellt werden. Hier sind zwei Links, die sich mit dem Thema Datenvisualisierung beschäftigen und regelmäßig spannende und aktuelle Themen präsentieren:

Die andere Seite der Medaille

Open Data und Open Government sind sehr aktuelle Themen. Die Internet Community freut sich teilweise wie ein Kind, das ein neues Spielzeug bekommt, wenn Städte und Gemeinden so spannende Daten wie die öffentlichen Toiletten freigeben und diese Daten nun visualisiert werden können. Es entstehen immer mehr Vereine, Interessensgruppen und Internetauftritte, die sich mit den Themen beschäftigen. Man könnte fast den Eindruck gewinnen, Österreich und Deutschland wären Musterländer in diesem Bereich. Die Wahrheit sieht allerdings (noch) nicht ganz so rosig aus. Open Data und Open Government sollte man in einem größeren Zusammenhang sehen, zu dem auch Themen wie Informationsfreiheit bzw. das Fehlen derselben, Datenschutz, Überwachungsstaat und politische Glaubwürdigkeit gehören. Besonders an der letzteren mangelt es leider zur Zeit in vielen Bereichen. Den Bürgern zu Wahlkampfzwecken die Daten von ein paar öffentlichen Toiletten zu geben, bringt allerdings diese verloren gegangene Glaubwürdigkeit noch lange nicht zurück. Ob Open Data und Open Government der Anfang eines Umdenkens sind oder nur ein billiges Marketing Instrument der Politik ohne Nachhaltigkeit, wird sich erst in der Zukunft zeigen. Hier ein paar Schlagzeilen der letzten Tage: